Vögel

Der Hausrotschwanz ist "Vogel des Jahres 2025"

Der Hausrotschwanz ist ein kleiner Singvogel, der eine Körpergröße von 13 bis 15 cm erreicht. Das markante Merkmal ist der rostrote Schwanz. Männchen zeichnen sich durch eine grauschwarze Färbung aus, während die Weibchen eher in graubraunen Tönen gehalten sind. Ältere ausgefärbte Männchen zeigen ein weißes Armschwingenfeld im Flügel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Larven, Spinnen und Beeren.

Besonders auffällig sind das Verhalten und der Gesang des Hausrotschwanzes: Er zeigt dabei das charakteristische Schwanzzittern und das häufige Knicksen. Oft lässt er sich bei seinem Gesang auf Dächern und Schornsteinen beobachten. Schon 70 Minuten vor Sonnenaufgang und bis in die Abenddämmerung hinein ist er zu hören (NABU Vogeluhr). Der Gesang selbst setzt sich aus knirschenden und gepressten Tönen sowie flötenden Lauten zusammen.

Hausrotschwanz-Weibchen - Foto: Frank Derer
Hausrotschwanz-Männchen - Foto: Frank Derer

Ursprünglich war der Hausrotschwanz vor allem als Felsbewohner in Bergregionen beheimatet, wo er in Felshöhlen und Nischen nistete (früher auch als Gebirgsrotschwanz bekannt). Im Laufe der Zeit hat er sich immer weiter ausgebreitet – zunächst in die Gebirgstäler und Flusstäler, später als typischer Gebäudebrüter in dichter von Menschen besiedelte Gebiete. Heute ist er vor allem in Städten etwa in Bensheim anzutreffen. In Deutschland lebt derzeit etwa 12% der europäischen Brutpopulation.

Der Gebäudebrüter baut seine Nester in Nischen oder Nisthilfen an Häusern. Dabei ist wichtig, dass der Nistplatz möglichst früh am Tag von den ersten Sonnenstrahlen erwärmt wird. Solche Stellen können sogar auf Brettern tief in Garagen liegen, wenn diese dauerhaft geöffnet sind; auch auf Balkonkästen dicht unter dem Dachvorstand legen sie gern ihre Nester an. Diese sind aus Grashalmen, Moosen und Laubblättern grob aufgebaut; die eigentliche Nistmulde ist aus feineren Webstoffen und liegt tief verborgen.

In der Nähe ihrer Brut verhalten sich die Elternvögel sehr auffällig; sie lassen anhaltenden einen Lockruf hören und kommen dabei dem Störenfried sehr nahe. Der Sinn: sie wollen den mutmaßlichen Feind vom Nestbereich weglocken („verleiten“). Übrigens werden sie niemals direkt zum Nest fliegen, wenn man sie dabei beobachten will. Erst wenn man wegschaut, fliegen sie hinterrücks rasch zum Nest. Wenn die Jungvögel ausgeflogen sind, sitzen sie den 1. Tag noch in Nestnähe auf Blumentöpfen oder Stühlen. Dabei werden sie leider oft von Katzen erbeutet, die alle Mühen der 14-tägigen Jungenaufzucht zunichtemacht. Daher sollte der Freilauf von Katzen zumindest in der kritischen Brutzeit der Vögel unterbunden werden.

In Bensheim ist der Hausrotschwanz weit verbreitet und lässt sich von März bis November problemlos im städtischen Gebiet beobachten. Während der Wintermonate (Dezember bis März) zieht der Vogel in den Mittelmeerraum, um dort zu überwintern. Er gehört zu den Vögeln, die als letztes abwandern und früh im Jahr zurückkehren. Aufgrund des Klimawandels und milder Winter entlang der Bergstraße sind in den letzten Jahren einzelne Hausrotschwänze auch in den Wintermonaten in Bensheim anzutreffen, wenn auch selten und nicht regelmäßig.

Wie kann ich dem Hausrotschwanz helfen?

Der Hausrotschwanz ist mit dem Wahlmotto „Mut zur Lücke“ bei der öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres 2025 angetreten. Als Gebäudebrüter benötigt er Nischen an Häusern, um dort zu brüten. Bei Neubauten oder Sanierungen besteht jedoch die Gefahr, dass diese Brutplätze durch Verschließen von Öffnungen verloren gehen. Damit der Halbhöhlenbrüter auch weiterhin bei uns leben kann, sollten Wände und Dächer genügend Nischen oder Nisthilfen bieten.

Darüber hinaus kann man dem Hausrotschwanz durch die Gestaltung naturnaher Gärten helfen, die eine reiche Insektenpopulation fördern und so die Nahrungsversorgung der Jungvögel sicher stellen (siehe auch Vogelfreundlicher Garten).

Gänse an der Erlache

Die Gänsepopulation an der Bensheimer Erlache

Um 1986 siedelten sich die ersten Kanadagänse am Erlachsee an . Sie hatten sich von den Niederlanden kommend rheinaufwärts ausgebreitet. An anderen Orten hatten sich größere Verbände von Graugänsen etabliert. Diese Art konnte aber an der Erlache nie Fuß fassen. Bis heute brüten hier und im Umkreis nur einzelne Paare.

Dagegen wuchs die Population der Kanadagänse kontinuierlich, aber nicht rasch an. Sie besteht aus etwa 12 Brutpaaren, hinzu kommen noch einige Paare im Umfeld der Erlache. Größer ist der Verband der Nichtbrüter (vor allem jüngere, noch nicht verpaarte Tiere), die sich meist an der Erlache aufhalten, auf den Feldern und Wiesen im Umland grasen und auf dem Gewässer übernachten. Ab Mitte Juni, nach der Brutzeit, sammeln sich größere Trupps aus der weiteren Umgebung an, um an den Ufern der Erlache zu mausern.

Quelle: Werner Eck

Im Spätherbst und Winter zerstreuen sie sich wieder. Der Bruterfolg der Kanadagänse ist von den jeweiligen Frühjahrswasserständen abhängig. Sinkt der Wasserspiegel rasch ab, liegen die Nester auf dem Trockenen und werden aufgeben, oder vom Fuchs und anderen Prädatoren (Räubern) erbeutet. In guten Jahren können die Gänseeltern dann schon mal 20 bis 30 Junge führen und zusammen eine Art Kindergarten bilden. Gänse sind außerhalb der Brutzeit sehr gesellig, die Paare halten über die Jahre treu zusammen und können recht alt werden. Jahre später als die Kanadagänse siedelten sich die ersten Nilgänse an. 

Auch sie stammen von verwilderten Parkvögeln ab. Sie breiteten sich rasch aus, nachdem sie zuerst eine Vorliebe für städtische Anlagen und Weiher zeigten. In ihrem Verhalten unterscheiden sie sich sehr von den echten Gänsen. Man ordnet sie unter die Halbgänse ein. Ursprünglich aus offenen Flussbettlandschaften Ostafrikas kommend, brüten sie (streng territorial abgegrenzt) das ganze Jahr über auch bei uns. Selbst mitten im frostigen Winter schlüpfen manchmal ihre Jungen, die dann aber nur eine geringe Überlebenschance haben. Neben den genannten beiden Arten gesellen sich manchmal noch einige andere Gänsearten hinzu:

Weißwangen– oder Nonnengänse, Graugänse, Schwanengänse, Streifengans und Rostgans. Sie treten unregelmäßig und nur in Einzelexemplaren auf. Durch farbige Fußringe verraten einige ihre Herkunft aus Vogelparks. Auch einige Mischlinge sind gelegentlich zu sehen. Man nennt sie Hybride.

Zum Verhalten der Gänse und warum sie sich gern auf Golfplätzen und Liegewiesen aufhalten

Gänse sind von Natur aus Bewohner weiter offener und feuchter Landschaften, wie sie im Norden Amerikas, Asiens und Europas in Form von Tundren, Mooren und Fluss- Schwemmländern vorkommen. Sie meiden Wälder und Gehölze, auch hochwachsene Vegetation, die ihnen die Sicht behindern. Gänse sind sehr vorsichtig und wollen immer den Überblick behalten. Dazu haben sie auch die langen Hälse. Alle Gänse sind Vegetarier. Sie weiden die Spitzen der Gräser und Kräuter ab, fressen auch gern unreifes Getreide. Im Herbst suchen sie bevorzugt abgeerntete Mais- , Raps- und Getreidefelder auf. Zum Weiden brauchen sie Ruhe. Sie sind gesellig und während die anderen eifrig zupfend übers Grünland vorrücken, stellen sie einige Artgenossen als Wächter auf, die den Trupp gegen Feinde sichern.

Quelle: Werner Eck

Golfplätze sind mit ihrer Weite, Übersichtlichkeit und dem Angebot an frischem Grün ideal als Nahrungsflächen für Gänse. Die Vögel brauchen aber auch Gewässer in der Nähe, auf die sie sich zum Nächtigen und bei Gefahr zurückziehen können. Ihre Jungen führen sie , solange diese noch nicht fliegen können, immer in der Nähe von Wasserflächen. Die Altvögel halten sich aber auch zur Mauserzeit in Gewässernähe auf, da sie dann kurzzeitig flugunfähig sind und sich bei Störungen rasch aufs Wasser retten müssen. In der übrigen Zeit sind Gänse sehr mobil. Die nördlichen Populationen ziehen nach Süden und überwintern in den milden Gegenden West- und Mitteleuropas. Der Zugtrieb ist ihnen angeboren und äußert sich auch in den Populationen unserer Kanada- und Graugänse. (Siehe Selma Lagerlöfs Buch „Nils Holgerssons wundersame Reise mit den Wildgänsen“). Sie unternehmen regionale Wanderzüge. – Nicht so die Nilgänse: sie sind ganzjährig in ihren Brutrevieren anzutreffen.

Für die Jagd auf die Gänse gibt es keine überzeugenden, vernünftigen Gründe. Dennoch wurden für Kanadagans , Graugans und Nilgans Jagdzeiten eingerichtet. Wenn auch ursprünglich nicht bei uns beheimatet, sind diese Vögel inzwischen längst Teil der heimischen Tierwelt geworden. Sie erhalten sich seit mehr als 25 Jahren ohne Unterstützung durch den Menschen in unserer Natur. Dass sie einheimische Arten in ihrem Bestand gefährden, konnte nicht nachgewiesen werden. Dennoch sehen manche Leute die Gänse nicht gern. Sie stören sich an den Hinterlassenschaften der Gänse auf Liegewiesen und Golfspielbahnen. Das kann zwar manchmal lästig sein, ist aber kein Grund für eine Verfolgung. Da durch unsere intensive Landnutzung viele Vogelarten verschwunden sind, ist es erfreulich, dass wir in den Gänsen einige Arten gewonnen haben, die mit der vom Menschen gründlich umgemodelten Landschaft zurechtkommen und beleben, was sonst arg verödet daläge.

Winterfütterung

Die meisten unserer Wintervögel ernähren sich im Winter hauptsächlich von Baumsamen. Wildkräutersamen können ein Zubrot liefern. Unsere häufigsten Weichfresser wie Amseln und Rotkehlchen suchen meist am Boden nach Insekten, ergänzend fressen sie auch Früchte und Beeren. War letztes Jahr ein „Mastjahr“ mit vielen Samen in den Wäldern, so gibt es dieses Jahr nur wenige Baumsamen. Wenn auch die Winterfütterung nicht wirklich bedrohte Arten schützt, so hilft sie doch unseren Wintervögeln — und bietet vor allem gute Gelegenheiten, sie aus nächster Nähe zu beobachten, auch für Kinder und Jugendliche.

Und wie geht’s richtig? Hier gibt’s Tipps. Bitte beachten: die Vögel sollten nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können.

Und so kann man Vogelfutter selbst anrichten:

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